Psychologische Primärprävention

Bei der Primärprävention haben sich Maßnahmen bewährt, die sowohl das Stressbewältigungsverhalten, das Stresserleben und die körperlichen Reaktionen gesundheitsförderlich verändern können. Diese Maßnahmen unterstützen die individuelle Stressbewältigung auf folgenden Ebenen:

Kognitives Stressmanagement setzt an den Denk- und Bewertungsmustern, persönlichen Einstellungen oder Motiven an. Die Interventionen können sich dabei auf aktuelle Bewertungen in konkreten Belastungssituationen oder auf situationsunabhängige Bewertungen beziehen. Das Ziel ist eine Entwicklung von gesundheitsförderlicher bzw. funktionaler Einstellungsänderung und Bewertungsmustern durch kognitive Umstrukturierung.

 

Instrumentelles Stressmanagement zielt darauf ab, Stressoren zu reduzieren oder gänzlich auszuschalten, z.B. durch Umorganisieren von Arbeitsabläufen, Prioritäten setzen oder lernen „Nein“ zu sagen. Es kann sich auf aktuelle oder präventiv auf zukünftige Belastungssituationen ausrichten. Sozialkommunikative sowie Selbstmanagementkompetenz sind dabei erforderliche und wichtige Bestandteile.

 

Palliativ-regeneratives Stressmanagement reguliert körperliche und psychische Stressreaktionen mithilfe von Methoden, die zur kurzfristigen Erleichterung bei akuten Stressreaktionen führen sowie längerfristigen Bemühungen, die einer regelmäßigen Entspannung dienen.

Ziele psychologischer Präventionsmaßnahmen

Präventionsmaßnahmen zielen darauf ab, negative Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit aufgrund von chronischen Stresserfahrungen zu vermeiden, indem die individuellen Bewältigungskompetenzen gestärkt werden mit dem Ziel eines möglichst breiten Bewältigungsrepertoires und einer möglichst hohen Flexibilität im Umgang mit Stressbelastungen.

 

Inhalt

In Sitzungen zur psychologischen Stressprävention werden mehrere Präventionsmethoden auf der Basis eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansatzes integriert, um eine breite und tiefe Wirkung für Teilnehmende zu erzielen. Häufig genutzte Methoden dabei sind z.B. Vermittlung und Einübung von Methoden zur kognitiven Umstrukturierung mit dem Ziel der Einstellungsänderung und positiven Selbstinstruktion, Training von selbstbehauptendem Verhalten, sozialen und kommunikativen Fähigkeiten.

 

Methodik

Die Sitzungen beinhalten theoretische Phasen und praktische Einübungen von Bewältigungs- und Stressreduktionsmethoden sowie individuelle Anleitungen für Übungen außerhalb der Sitzungen, um einen Transfer in den Alltag zu gewährleisten. Teilnehmende bekommen ein individuelles Präventionsprogramm und werden bei der Umsetzung begleitet.